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Investigation in der KI Bildungsindustrie
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My 5 year undercover investigation into the AI education industry
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Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer

Vor ein paar Tagen fragte mich eine Geschäftskollegin: "Ich habe 1790 Euro für einen KI-Kurs mit Community ausgegeben. Nun bin ich verwirrter als vorher. Was mache ich falsch?"

Ich sagte ihr: Nichts. Du bist einem falschen Versprechen aufgesessen.

Das bringt mich dazu, Ihnen von meiner Recherche zu erzählen.

Sie begann vor fünf Jahren, als Manuela auch das aufgefallen ist, wovon meine Geschäftskollegin sprach. Überall entstanden KI-Kurse und Communities, doch die Lernenden berichteten von Erschöpfung und fehlender Klarheit. Also beschloss ich, das zu untersuchen.

So wurde Manuela zur Beobachterin der eigenen Branche mit einem Investment von 30.000 Dollar (CHF, Euro) und fünf Jahren Recherchearbeit.

Manuelas Beobachtung: Neben seriösen Bildungspartnern tauchten unseriöse KI-Bildungsanbieter auf, die behaupten, dass Sie in 30 Tagen KI-Experte oder KI-Consultant an einem Wochenende werden können. Das ist Unsinn.

Da haben unseriöse Betreiber von KI-Akademien und KI-Communities ein Spiel geschaffen, und Sie sind nicht der Spieler. Sie sind der Ball. Stellen Sie sich vor: Sie stehen auf einem Spielfeld. Aber Sie halten keinen Schläger in der Hand. Sie sind der Ball. Andere kicken Sie herum, von Kurs zu Kurs, von Versprechen zu Versprechen, von Community zu Community.

Sie nehmen Ihre Bildung, etwas Wertvolles, etwas Persönliches, und machen daraus ein Produkt. Dann erzählen sie Ihnen Geschichten. Geschichten über die AGI-Zukunft. Wenn Sie heute nicht mit KI anfangen, sind Sie morgen obsolet. Das ist keine Bildung, geschätzte Kolleginnen und Kollegen. Das ist Angstmache.

Und wissen Sie was? Angst verkauft sich gut. Viel besser als Wissen. Das sehen wir in Social Media und bei Google.

Als Manuela hinter den Vorhang blickte, was fand sie da? Keine Bildung. Grösstenteils selbsternannte KI-Experten, die Ihnen das Blaue vom Himmel verkaufen.

Diese Bildungsangebote sind oft nichts weiter als Recyclingprodukte. Da kopieren unseriöse Anbieter aus kostenlosen Handbüchern, stehlen bei der Konkurrenz oder plündern die Schulen mit Web-Scraping. Sie füttern ihre KI-Modelle mit den Büchern echter Fachleute, lassen sich per Knopfdruck einen Kurs zusammenwürfeln und nennen das dann Expertise.

Es ist geradezu absurd: Es gibt unseriöse KI-Akademie-Bildungsanbieter, die Ihnen heute KI-Kurse verkaufen, ohne selbst zu wissen, wie der Motor unter der Haube funktioniert. Das ist so, als würde man jemanden zum Chefingenieur ernennen, nur weil er weiss, wie man eine Motorhaube poliert.

Diese Kurse entstehen nicht mit pädagogischer Struktur anerkannter Fernlehrgänge. Das Ergebnis? Echte Experten werden unsichtbar, während sich KI-Bildungsschrott viral auf Google und in Social Media verbreitet.

Das ist für Sie als Unternehmer gefährlich. Zwanzig Jahre harte Praxis eines Experten werden durch Web-Scraping simuliert. Sie treffen täglich kritische Entscheidungen über Tools, Prozesse und Menschen. Sie brauchen kritisches Urteilsvermögen, nicht blindes Vertrauen in Black-Box-Technologie mit brüchigen Workflows.

Nach 5 Jahren ist Manuela zur Expertin im Erkennen von Nicht-Experten geworden. KI-Community-Mitglieder sagen ihr, sie sei zu kritisch. Sie haben recht. Manuela unterscheidet noch zwischen Bildung und Betrug. Das ist wohl "oldschool" von mir, sagte sie zu mir, als wir uns darüber austauschten.

Deshalb hier ist mein einfacher Test für Sie: Fragen Sie nach rechtlichen Risiken, API-Ausfällen und Worst-Case-Szenarien. Beobachten Sie die Reaktion. Werden Sie als Technologieverweigerer gebrandmarkt? Wird Ihre kritische Stimme entwertet? Dann wissen Sie: Das Angebot ist unseriös. Seriöse Experten schätzen kritische Fragen und sagen ehrlich: „Das weiss ich nicht."

Nun werden Sie vielleicht einwenden: „Nicht alle Anbieter sind schlecht." Sie haben recht. Ich investierte 7.900 Franken in ein seriöses Hochschulstudium und fand nach 5 Jahren eine seriöse Community für 600 Dollar. Aber das Verhältnis? 8.500 sinnvoll investiert und 21.500 verschwendet.

Wenn selbst KI-Erfahrene, wie ich, eine 70-Prozent-Verlustquote haben, was bedeutet das für Sie unter Zeitdruck in der Orientierungsphase?

Hier ist unsere wichtigste Erkenntnis nach unserer Recherche: KI-Bildung wurde von selbsternannten KI-Experten mit Web-Scraping-Know-how entwertet, denn sie wurde zu einem Produkt, das vom Nichtwissen ihrer Kunden lebt. Erfolgreiche Bildung würde das Geschäftsmodell zerstören.

Unser Appell an Sie:

Vertrauen Sie Ihrer eigenen Urteilskraft. Sie brauchen keine 30-Tage-Wunder. Sie brauchen Zeit, Übung und echte Expertise.

Manuela Frenzel ist unabhängige Publizistin für Technologie und Gesellschaft.


Quellen:

The Dangers of Using AI to Write Training Course Materials, posted October 31st, 2024, https://www.trainerbubble.com

Mistakes to Avoid When Using AI to Create eLearning Courses, Silvia Rojas, posted 04.02.2026, www.shiftelearning.com


Transparenz: Vertont mit KI. Headerbild erstellt mit Canva.